+49 (202) 28 15 18 - 20 Barmen - Di. 16-19 Uhr & Fr. 15-18 Uhr
+49 (202) 28 15 18 - 25 Wuppertal - Mo. 16-19 Uhr, Mi. & Do. 17-19 Uhr

Haute Route 2016

Ein Tourenbericht über die Gemeinschaftstour der Sektion Wuppertal

 

 

 

 

Dichter Nebel beim Blick aus dem Chalet Alpin du Tour. Wir stehen in den Startklötzen für unsere erste Etappe, den  Aufstieg  zur Refuge Albert 1er. Wir, das sind Holger und Paul als „Vorhut“ unserer  sieben köpfigen Gruppe, die sich vorgenommen hat, von Sonntag, 3.7. bis Samstag, 9.7. die „Haute Route“  zu gehen, beginnend in Le Tour bei Chamonix mit dem Ziel Zermatt.
Es war weise, dass wir am Abend zuvor Bier und Wein brav ausgetrunken haben, denn mit einem Mal lockert der Nebel auf , gleichermaßen unsere Stimmung und mit den ersten Sonnenstrahlen  buckeln wir die Rucksäcke und machen uns auf die Strecke von knapp 1300 Hm. Wir wollen uns einlaufen und verzichten großzügig auf das Gondelbahnangebot bis Les Autannes ( 2193m), stattdessen erweitern wir mit Abstecher zum Col de Balme. Im Zurückblick bei prächtiger Sonne der Mont Blanc, dem man seine Mächtigkeit mit 4800m nicht ansieht. Bereits durchgeschwitzt erreichen wir die Seitenmoräne des Tourgletschers (Glacier du Tour) mit seinen gewaltigen Eisbrüchen - grandios. Auf dem Kamm der Moräne stetig ansteigend - die Hütte bereits vor Augen- die restlichen 300Hm bis zur  Refuge Albert 1er auf 2700m. Die Stiefel aus, das erste Erholungsbier, da kommen Michael H., Michael L., Michael M. , Klaus und Julia an; wir sind komplett. In spannungsvoller Erwartung der nächsten Tage kreist das Gespräch ums Wetter und vor allem um den morgigen richtigen Pfad.
Am nächsten Morgen -kurzes französisches Frühstück- ist unser Ziel zunächst der Col Supérieur du Tour (3288m), bis zu dem wir in 3er- (Langbeiner) und 4er (Kurzbeiner) Seilschaft den Tourgletscher mit Steigeisen begehen, wobei die letzten steilen 100 Hm ganz kräftig die Pumpe anwerfen. Oben phantastischer Blick übers Wallis. An der Gabelung in Richtung Cabane d’Orny (nächste  Hütte), entscheidet sich ein Teil unserer Gruppe für einen Abstecher auf den 3540m hohen Gipfel des Aiguille du Tour. Kurz unterhalb des Gipfels „parken“ wir die Rucksäcke und hoch geht’s mit und ohne Eisen mit leichter Kraxelei zu einer noch besseren Aussicht. Zurück dann weit und flach bei reichlich Mittagswärme  über den Orny-Gletscher bis zur Cabane d’Orny (2826m), die jeden mit ihrer Steinbockbronzefigur begrüßt. (Cabane ist nicht nur, sondern heißt auch Hütte. Aiguille heißt Nadel oder Turmspitze).
Am 3.Tag werden wir  wie die meisten der Alpinisten die ursprüngliche  englische Haut-Route (Mitte 19.Jh.) zwecks Zeitersparnis modernisieren. Wir steigen bei  bestem Wetter  700Hm ab, nehmen für weitere 600 Hm Tiefgang die Seilbahn, um uns anschließend mit Taxi zum Lac Mauvoisin, einem riesigen Stausee, chauffieren zu lassen. Der Taxifahrer ist uns wohl gesonnen und mitfühlend angesichts unseres Handgepäcks und kutschiert uns bis auf knapp 2000m. Nun geht’s  ca 4 Std wandernd zur Cabane de Chanrion (2462m), hoch und runter und zum Schluss 1/2 Std in leichtem Regen. Das war’s aber auch mit schlechtem Wetter in der gesamten Woche. Zum Abschluss dieses Tages ist anzumerken, dass Michael L. die fata morgana hatte, wir würden endlich Bratkartoffeln  serviert bekommen und uns die Nase lang machte; es gab Polenta.
Für den 4. Tag sieht der Wanderführer 13 km vor, davon etwa 7km über den Otemma-Gletscher (Glacier d’Otemma). Als wir hätten scharf links abbiegen müssen, verführt uns eine deutliche Markierung in Richtung Süden statt nordöstlich, was bedauerlich ist, weil es bergauf geht. Rechtzeitig vor der italienischen Grenze hören wir auf den misstrauischen Klaus und kehren um; nun genießen wir den 7 km-Streifen Otemma in bekannten Seilschaften und bei stetig zunehmender Sonnenwärme. Da kommt das alpine Glücksgefühl auf, wenn man immer wieder  in 40cm tiefen, weichen Schneelöchern rumstapft. Bekanntlich kommt schlimmer immer. Hier in der Variation, dass es kurz vor der Cabane des Vignettes (3160m) im Schnee nochmal recht heftig  hochgeht. Aber auch das schaffen wir und werden auf dieser Hütte mit einer grandiosen Lage und sehr leckeren Spaghetti belohnt, die den Küchenmeister auf entsprechendes Kompliment  unseres „Vielfraßes“  von der Bereitschaft zu zahlreichen Nachschlägen überzeugen.
Von der Hütte aus sehen wir große Teile der nächsten Tagesroute, ca 150 Hm Gletscherabstieg, ca 350Hm Gletscheraufstieg (Glacier du Mont Collon) zum Col de l’Eveque, versteckt die 850 Hm Abstieg über den Haut Glacier d’Arolla, erkennbar  wieder der Anstieg von 800Hm auf die Cabane de Bertol, die wir auch bereits sehen.  
Weil wir über 14 km vor der Brust haben, für die die eben angekommenen englischen Tourer  9 Std gebraucht haben, geht der Wecker um 4.00, so dass wir um 5.00 starten und den Gletscheranstieg schattig laufen. Danach wird es warm und zieht sich zur 3311m hoch und exponiert liegenden Cabane de Bertol ; die letzten 100m sind recht steil im sulzigen Schnee und freundlicherweise lässt die Prinzessin der Bertol die 2 ca 10m hohen  Burgleitern runter, so dass wir nicht nur endlich da sind, sondern auch Matterhorn und Dent H’Erèns  u.v.a  greifbar sehen. Die Hütte hat nicht nur kein fließendes Wasser, sondern auch kein TV, aber ein paar gut verkabelten französischen Bergfreunden gelingt es, den französischen Sieg im Halbfinale der EM zu feiern.
Am 6. Tag , genügend kostbares (1,5 l = 10 Franken)Trinkwasser im Gepäck, steigen wir schön langsam in Seilschaft zum höchsten Punkt der Haute Route, dem 3710m hohen Tète Blanche, wo es Fotoshooting mit dem hintergründigen Matterhorn gibt, das von hier wie der Kölner Dom aussieht; anschließend geht es gletscher-und bergabwärts auf der insgesamt  11km langen Distanz mit dem Ziel Schönbiehlhütte (ca 2700m).
Im unteren Teil müssen wir ein kurzes Stück mit Ablassen bzw Abseilen improvisieren und stehen bald innerhalb einer Grobschuttlandschaft, in der wir vergeblich den richtigen Pfad zur Hütte erstolpernd suchen. Das GPS ist auch überfragt oder wir interpretieren die Antwort falsch. Jedenfalls  wird der Weg immer mehr zum Ziel oder in humoriger Verkehrung: das Ziel ist im Weg. Es gibt in der Gruppe verschiedene Frustrationstoleranzen und  schließlich 3 unterschiedliche Strecken, die Schönbiehlhütte zu erreichen, was im Ergebnis –wenn auch in sehr unterschiedlicher Zeit – gelingt. Hier verbringen wir die letzte Hüttennacht und erleben am nächsten Morgen einen prächtigen Sonnenaufgang, der nicht nur das gegenüber liegende Matterhorn, sondern die Gesamtlandschaft fotogen erleuchtet.
Mit dem Abstieg auf einem wunderbaren Wanderweg  und dem kontinuierlichen  Perspektivwechselblick auf das Matterhorn verabschieden wir uns von unseren 7 Tagen wunderbarer Gemeinschaftstour und nehmen in Zermatt  die Bahn Richtung Autos.

Gruppenleben

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