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Bericht: Schneeschuhwandern im Sauerland 9./10.01.2016

Schneeschuhwandern im Sauerland – geht das überhaupt?

Die Vorstellung vom Tourengehen hatte ich eigentlich - wenn überhaupt – eher mit dem Hochgebirge verbunden. Aber es reizte mal die Möglichkeit in der Nähe vom Bergischen Land zu versuchen, wie das Gefühl ist, sich auf Schneeschuhen zu bewegen. Außerdem sollte es noch eine Einführung in Lawinenkunde und zu Lawinen-Suchgeräten geben.

Bei der Anmeldung im November war natürlich noch nicht abzusehen, wie die Schnee-Verhältnisse Anfang Januar sein würden. Aber beim Vortreffen im Wuppertaler Kletterzentrum zeigte sich schon, dass es noch einige weitere Interessierte gab.

Neben der Planung des Schneeschuhwochenendes gab uns der Kursleiter Michael Lautenschläger an diesem Ausbildungsabend einige interessante Einblicke in die Theorie der Lawinenbildung und Lawinenverschüttetensuche. Auch wenn wir im Sauerland jetzt eher nicht mit tückischen Lawinen rechnen mussten – ganz im Gegenteil: die Schneelage war leider richtig mau. Besonders faszinierend war für uns die Möglichkeit, ganz unterschiedliche Lawinen-Suchgeräte auch praktisch auszuprobieren. Ein bischen Vorstellungskraft brauchte es schon. Denn in dem Übungsraum war der Sender natürlich leicht zu sehen und die vielen Wand-Reflektionen taten ein übriges. Dennoch war die Präzision der neueren Geräte beeindruckend.

Am darauf folgenden Wochenende vom 8.-10.1.2016  fuhren wir am Freitagabend zur Sauerlandhütte der DAV-Sektion Wuppertal in Neuastenberg – allerdings bei einer nur sehr dünnen Schneeschicht.

So wurde aus dem Unternehmen Schneeschuhwandern am Samstagmorgen zunächst eine ausgedehnte Rundwanderung zu Fuß zum Kahlen Asten und wieder zurück. Immerhin war es in der Nacht so kalt gewesen, dass wir tolle Eis- und Schneekristalle bewundern konnten.

Nach der Wanderung wollten wir trotz der geringen Schneehöhen mal erfahren, wie es sich auf Schneeschuhen wandert. Mit den klassischen Modellen aus Holz und Leder-Geflecht haben die modernen Kunststoff-Modelle nur noch die Form gemeinsam. Die Erklärung der Schneeschuhe und die Anpassung an unsere Wanderschuhe ging recht flott von statten. An einem Rodelhang hatten wir also bald die Möglichkeit den Berg auf und ab zu steigen und die Eiskrallen und Steigzacken richtig einzusetzen. Der breitbeinige - etwas Cowboy-mäßige - Gang lässt erahnen, dass längere Touren wirklich auch gute Kondition verlangen – besonders, wenn man im tiefen Schnee auch noch entsprechend einsinkt. Auf jeden Fall wurden wir sehr schnell zur Attraktion für die wenigen anwesenden Touristen.

Für den Abend hatten wir uns nun eine gute Stärkung im nahe gelegenen Restaurant verdient – selbstverständlich mit einer kurzen Nachtwanderung hin und zurück. Ein gemütlicher Spieleabend rundete den interessanten Tag ab.

Am folgenden Sonntagmorgen wurde es dann noch mal ernst: das Training der Verschüttetensuche stand an. Wenn man weiß, dass in der Regel nur maximal 15 Minuten  bleiben, damit das Opfer einen Lawinenabgang überleben kann, wird klar, dass schnell gehandelt werden muss. Die Koordination und die Handgriffe der Lawinenrettung sollten regelmäßig geübt werden, damit das Lawinenopfer rechtzeitig mit den LVS-Geräten lokalisiert und geborgen werden kann. Um uns die Suche auch nicht zu leicht zu machen wurden die Lawinen-Sender in Ermangelung von Tiefschnee kurzerhand durch Michael Lautenschläger in einigen der zahlreichen Maulwurfshügel untergebracht. So machten wir uns ausgerüstet mit LVS-Geräten, Sonde und Schaufel im wahrsten Sinne auf den Weg zur Grob- und Feinsuche im „Lawinenfeld“.

Da im wirklichen Ernstfall eine entsprechende Aufregung hinzukommt, war es wichtig mal in Ruhe die einzelnen Schritte vorzubereiten und dann in Teams auch zügig durchzuführen. Die Schaufel haben wir nicht eingesetzt, da wir ja keinen Maulwurf aus seiner Winterruhe aufschrecken wollten. Auch diesmal hatten wir einen neugierigen Beobachter: die schwarze Hütten-Katze war immer hautnah dabei. Vielleicht wollte sie ja unsere Aktivitäten auf dem Weg zur Umschulung als Lawinen-Suchhund nutzen.

 

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