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Ausbildung im Deutschen Alpenverein

Fragen und Antworten

Die Sektionen bieten ihren Mitgliedern (bei Grundkursen auch Nichtmitgliedern) ein reichhaltiges Angebot mit bergsportlichen Aktivitäten und Kursen. Das reicht von speziellen Aktionen über einfache Wanderungen oder Kletterkursen bis hin zu hochalpinen Unternehmungen. Jedem verantwortungsbewussten Bergsteiger muss klar sein, dass sicheres Bergsteigen nur mit einer gründlichen Ausbildung möglich ist. Die historische Lernmethode "Versuch und Irrtum" hat in der heutigen Zeit keinen Platz mehr im DAV.

Im Folgenden möchten wir Ihnen nun Antworten auf häufig gestellten Fragen bieten.

In welchen Bereichen wird ausgebildet?

Die Ausbildung umfasst folgende bergsportlichen Betätigungsbereiche:

Bergwandern
Mittel- und Hochgebirge

Bergsport in den Bereichen
Klettern im Fels (Sportklettern, Alpinklettern)
Klettern im Eis / Firn
Klettersteige
Hochtouren

Skilauf:
Pistenskilauf
Skitour

Ziel ist es, die Teilnehmer zu befähigen, selbständig in den bergsportlichen Disziplinen tätig zu werden. Die Vermittlung von Kenntnissen, die der persönlichen Sicherheit dienen und einen verantwortungsvollen Umgang mit der Natur bewirken, steht dabei im Vorder­grund.

Wie ist die Ausbildung strukturiert?

Die Ausbildungsveranstaltungen der Sektionen gliedern sich in drei aufeinander aufbauende Stufen (Details siehe Schaubild unten):
   - Grundstufe
   - Aufbaustufe 1
   - Aufbaustufe 2

Jede Kursausschreibung ist mit einer sogenannten Kurszuordnung versehen. Diese beschreibt die bergsportliche Tätigkeit (z.b. Bergwandern, Bergsport Fels, Bergsport Eis etc.) sowie die entsprechende Ausbildungsstufe (Grund- oder Aufbaustufe). Die genauen Bezeichnungen sowie Ausbildungsinhalte der jeweiligen Stufen können Sie den Ausbilungs- und Tourengrundsätzen entnehmen.

Grundstufe:
Die Teilnehmer der Grundstufe in den unterschiedlichen Bereichen benötigen keinerlei Berg- bzw. Kletterkenntnisse und Erfahrungen (mit Ausnahme der Stufe 2 und 3 bei der Grundstufe Felsklettern). Dennoch sollten sie gesund sein und eine solide Grundkondition haben. Des Weiteren sollte die Bereitschaft, in entsprechenden Gruppen die notwendigen Inhalte zu erlernen und umzusetzen, vorhanden sein. In der Grundstufe soll den Teilnehmern aufgrund des breitgefächerten Ausbildungspro­gramms eine umfassende Basis vermittelt werden, um an den verschiedenen Kursen der Aufbaustufe 1 teilnehmen zu können. Insbesondere die Grundstufen im Bergsport Fels und Eis vermitteln alpine Ausbildungsinhalte (z. B. HMS Sicherung), um die Teilnehmer gezielt auf die Aufbaustufen im Fels und Eis vorzubereiten (z. B. Sicherungstechnik in Mehrseillängen).

Aufbaustufe 1:
Die Kurse der Aufbaustufe 1 sind entsprechend der einzelnen Bereiche und Disziplinen gegliedert. Die Kenntnisse und Beherrschung der Inhalte eines Kurses der Grundstufe sind Voraus­setzung für die Teilnahme an einem Kurs der Aufbaustufe 1 der jeweiligen Bereiche. Die erfolgreiche Teilnahme an einem Kurs dieser Stufe soll zur Teilnahme an entspre­chenden Führungs- und Gemeinschaftstouren sowie zur selbständigen Durchführung einfacher Touren befähigen. Des Weiteren sind die Kenntnisse und Beherrschung der Inhalte eines Kurses der Auf­baustufe 1 die Voraussetzung für die Teilnahme an einem Kurs der Aufbaustufe 2 im jeweiligen Bereich.

Aufbaustufe 2:
Die Kurse der Aufbaustufe 2 sind ebenfalls entsprechend der einzelnen Bereiche und Disziplinen gegliedert. Die Kenntnisse und Beherrschung der Inhalte eines Kurses der Aufbaustufe 1 sind Vo­raussetzung für die Teilnahme an einem Kurs der Aufbaustufe 2 im jeweiligen Bereich (Bermerkung: Skitour 2, zusätzliche Voraussetzung: Bergsport Eis - Hochtouren). Die erfolgreiche Teilnahme an einem Kurs dieser Stufe soll vorrangig dazu dienen, dass die Absolventen anschließend selbständig und sicher anspruchsvolle und auch schwie­rige Aktivitäten in den unterschiedlichen Bereichen und Disziplinen durchführen bzw. an entsprechenden Führungs- und Gemeinschaftstouren teilnehmen können.

Das folgende Schaubild stellt die Ausbildungsstruktur dar. Es zeigt die unterschiedlichen bergsportlichen Tätigkeitsbereiche sowie die 3 Ausbildungsstufen.

 

Erfülle ich die Ausbildungsvoraussetzungen?

Die Inhalte der Ausbildungsveranstaltungen sind in den Ausbildungs- und Tourengrundsätzen beschrieben. Diese Grundsätze sollen den Sektionsmitgliedern und den Übungsleitern/Ausbildern als Orientierungshilfe dienen. Die Strukturierung ermöglicht den Mitgliedern sich entspre­chend ihrem Kenntnisstand in den jeweiligen Disziplinen aus- bzw. fortbilden zu lassen. Darüber hinaus regelt sie die entsprechenden Voraussetzungen für die Teilnahme an Führungs- und Gemeinschaftsfahrten der Sektion.

In den Kursausschreibungen finden Sie die sogenannte "Kurszuordnung". Diese beschreibt, welcher Stufe bzw. bergsportlichen Tätigkeit der Kurs zugeordnet ist. Darüber hinaus werden in der Kursausschreibung die "Voraussetzungen" für eine Teilnahme (technisch wie auch körperlich) erläutert.

Alle Teilnehmer sind vor Kursbeginn vom Kursleiter angemessen zu beraten. Der Kursleiter ist für die Auswahl der Teilnehmer verantwortlich. Er darf und muss Teilnehmer ablehnen bzw. während der Veranstaltung ausschließen, die nicht die Voraussetzungen erfüllen.

Bitte seien Sie ehrlich mit sich selbst, wenn Sie die Kursvoraussetzungen mit Ihren persönlichen Kenntnissen abgleichen. Durch eine Selbstüberschätzung stören Sie nicht nur die Kursabläufe, sondern bringen womöglich auch sich selbst in Gefahr, wenn Sie den Anforderungen nicht gerecht werden. Sollten Sie unsicher sein, kontaktieren Sie bitte vorab den Kursleiter bzw. Touren-Organisator.

 

Welcher Kletterkurs im Fels ist für mich geeignet?

Die Grundstufe Felsklettern ist in drei aufbauende Grundstufen 1, 2 und 3 gegliedert, die Kletterkurse finden in der Regel in Klettergärten statt.

Grundstufe Felsklettern 1 richtet sich an Interessenten, welche bisher keine oder nur wenig Klettererfahrung besitzen. Kursziel ist, dass die Teilnehmer im Anschluss fähig sind, im Fels an einem bereits eingerichteten Toprope zu sichern und leichte Touren im III. Schwierigkeitsgrad nach UIAA im Toprope zu klettern.

Grundstufe Felsklettern 2 richtet sich an Interessenten, die einen Kurs Felsklettern Grundstufe 1 erfolgreich absolviert haben, oder über die Sicherungstechniken in der Kletterhalle (Grundstufe Toprope) verfügen. Klettertechnisch bewegen sich die Teilnehmer bereits mindestens im unteren IV. Schwierigkeitsgrad nach UIAA. Kursziel ist, dass die Teilnehmer im Anschluss fähig sind, selbständig Einseillängen-Routen im IV. Grad im Fels zu klettern, ein Toprope auf- und wieder abzubauen und einen Kletternden zu sichern.

Grundstufe Felsklettern 3 ist die abschließende Ausbildungseinheit der Qualifikation „Grundstufe Felsklettern“ und richtet sich an Teilnehmer, welche die Techniken der Grundstufen 1 und 2 beherrschen und im Fels mindestens den IV. Schwierigkeitsgrad nach UIIA im Vorstieg klettern. Kursziel ist, dass die Teilnehmer im Anschluss fähig sind, selbständig in einem Mittelgebirgsklettergarten Einseillängen-Routen im oberen IV. Schwierigkeitsgrad nach UIAA vorzusteigen, ein Toprope einzurichten und wieder abzubauen sowie über eine Route von einer halben Seillänge abzuseilen.

Meist werden die Felskletterkurse Grundstufe 2 und 3 in Kombination angeboten und sind unter der Bezeichnung "Von der Halle an den Fels" gelistet.

Schaubild:

Um einen Felskletterkurs in der Aufbaustufe 1 (z. B. Alpinklettern 1, Sportklettern 1) zu besuchen, muss der Teilnehmer die Kletter- und Sicherungstechniken aus den Felskletterkursen Grundstufe 1,2 und 3 sicher beherrschen.

 

Wieviele Teilnehmer hat ein Kurs?

Ausbildungskurse und Sektionstouren können nicht mit beliebig vielen Teilnehmern durchgeführt werden und richten sich nach bergsportlicher Tätigkeit, Kursvoraussetzungen sowie Tourenart (Führungstour vs. Gemeinschaftstour).

Abweichungen sind möglich, wenn

- mehrere qualifizierte Hilfskräfte den verantwortlichen Tourenleiter unterstützen,
- die Veranstaltung lediglich für die Sektionsmitglieder organisiert wird und bereits in der Ausschreibung darauf hingewiesen wird, dass alle Teilnehmer die Touren in eigener Verantwortung unternehmen z. B. bei Gemeinschaftstouren (für Ausbildungsmaßnahmen kann dies natürlich nicht zutreffen).

Bedenken sollte man, dass es nicht sinnvoll ist, mit Gruppen von mehr als 12 bis 15 Personen auf einer Hütte eine Veranstaltung oder ein gemeinsames Tourenwochenende durchzuführen. Selbst wenn die Anzahl der Tourenleiter ausreichend ist, bleibt doch die Belästigung anderer Bergsteiger, die durch eine große Gruppe fast unvermeidlich ist. Auch bei Anreise mit dem Bus dürfte es möglich sein, eine Gruppe so auf verschiedene Touren und Hütten aufzuteilen, dass eine zu große Belastung gar nicht erst entsteht.

Bei einigen Touren ist es nicht nur sinnvoll, sondern geradezu eine Verpflichtung, auf ausreichende bergsteigerische Qualifikation der Tourenteilnehmer zu achten. Ist ein Teilnehmer einer anspruchsvollen Tour in der Sektion nicht bekannt, sollte man sich durch genaues Befragen ein Bild vom bergsteigerischen Leistungsstand des Betreffenden machen, im äußersten Fall kann auch eine "Testtour" nötig sein.

Eine Empfehlung zur Begrenzung von Teilnehmerzahlen finden Sie in den Ausbildungs- und Tourengrundsätzen

Wann erscheint das jährliche Ausbildungsprogramm?

Die Zusammenstellung des Ausbildungsprogramms, welches in der Verantwortung der Ausbildungsreferenten liegt, wird gemeinsam mit den ehrenamtlichen Trainern bzw. Sektionsausbildern erstellt. Zur Organisation und Koordination der Ausbildungsveranstaltungen laden die Ausbil­dungsreferenten der Sektionen die Trainer und Sektionsausbilder zu einem Treffen ein, in dem Kurse und Kursleiter für die kommende Saison (Sommer/Winter) festgelegt werden.

Das jährliche Ausbildungsprogramm erscheint in der Regel im Dezember:
   - Als gedruckte Broschüre in der Sektions-Geschäftsstelle
   - In der Winterausgabe der Sektionszeitschrift Wuppertal Alpin
   - Auf dieser Homepage unter der Rubrik "Ausbildung"

Darüber hinaus können auch zwischenjährlich noch weitere Kurse und Touren angeboten und kurzfristig veröffentlicht werden.

 

Ist das Vortreffen eines Kurses obligatorisch?

Ja! Ist in einer Kurs- oder Tourenausschreibung vermerkt, dass es ein obligatorisches Vortreffen gibt, dann ist dieses für die Kursteilnehmer verpflichtend.

Diese Vortreffen werden veranstaltet, um organisatorische Punkte mit den Teilnehmern gemeinsam zu klären. Häufig werden bereits im Vortreffen wichtige Punkte wie z. B. Ausrüstung, Knoten- und Sicherungstechniken besprochen. Solche Vortreffen haben eine besondere Wichtigkeit, um die Teilnehmer auf die Fahrt vorzubereiten. Ist in einer Ausschreibung vermerkt, dass die Teilnahme am Vortreffen obligatorisch ist, so ist dieses Vortreffen Bestandteil der Fahrt und dient der Sicherheit der Teilnehmer. Kann ein Teilnehmer nicht an einem Vortreffen teilnehmen, welches als obligatorisch gekennzeichnet ist, so führt dies in der Regel zum Ausschluss an der Fahrt.
 

Was ist eine Hochtour?

Klassische Hochtouren bringen uns auf die höchsten Dächer der Alpen. Die Touren führen meist durch wegloses, teilweise sehr ausgesetztes, hochalpines Gelände. Dazu gehören Kletterpassagen im Fels, Gletscherbegehungen mit Spalten oder auch steile Eis-/Firnflanken. Der Bergsteiger verfügt über eine qualifizierte Ausbildung im Umgang mit Steigeisen und Eispickeln. Er beherrscht die entsprechende Sicherungstechnik im Eis und Fels, kann selbständig eine Spaltenbergung durchführen und ist mit den alpinen Gefahren vertraut. Da viele Touren auf über 3.000 oder sogar über 4.000 Höhenmeter stattfinden, ist der Alpinist akklimatisiert und verfügt über eine sehr gute Kondition.

       

 

Was ist Felsklettern?

Beim Felsklettern werden in Felswänden bestimmte Kletterrouten durchklettert. Dabei wird der Kletternde von seinem Kletterpartner mit einem Seil gegen den Absturz gesichert. In heimischen Klettergärten findet man in der Regel mit Bohrhaken gut abgesicherte Kletterrouten vor. In Aufbaustufen können ambitionierte Kletterer das Alpinklettern oder Sportklettern erlernen.

 

Alpinklettern:
Alpinkletterer bewegen sich in einer anspruchsvollen, alpinen Umgebung. Bereits die Zu- und Abstiege der Routen können über wegloses, teils ausgesetztes Gebiet führen. Deshalb müssen die Alpinisten neben einer guten Kondition auch eine hohe Trittsicherheit haben. Die Kletterrouten gestalten sich von sanierten alpinen Felsklettertouren bis hin zu Touren, die selbst abzusichern sind. Der Routencharakter ist eher leicht bis moderat, die Schwierigkeiten ergeben sich vielmehr aus dem Gesamtumfang der Tour (Route, alpine Gefahren, Verhältnisse, Wetter, etc.).


 

Sportklettern:
Sportkletterer fühlen sich in mit Bohrhaken gesicherten Plaisirrouten wohl. Sie klettern in typischen Sportklettergebieten (z. B. Arco) mit maximal semi-alpinem Charakter, die Zu- und Abstiege sind in der Regel leicht und übersichtlich. Die Kletterrouten können Einseil- oder auch Mehrseillängen sein, der Routencharakter ist eher als sportlich-athletisch anzusehen, gerne auch etwas schwerer.

 

Was sind Klettersteige?

Klassische Klettersteige sind mit einem Stahlseil versicherte, meist weglose Routen durch eine Felswand im hochalpinen Umfeld. Der Alpinist beherrscht klettertechnische sowie konditionelle Fähigkeiten und sichert sich selbständig mit einem Klettersteigset am Stahlseil.

 

Sport- und Funklettersteige in Tal- oder Seilbahnnähe dagegen sind auf einen möglichst spektakulären Verlauf in einer Steilwand mit teils artistischen Elementen wie Seilbrücken, Stahlnetze und Seilrutschen ausgelegt.